1913-1918: Das letzte Herzogspaar im Braunschweiger Schloss

Mit der Heirat des Prinzen von Cumberland Ernst August (1887-1953) aus der hannoverschen Welfenlinie und der Kaisertochter Victoria Luise (1892-1980) im Jahr 1913 wurden die preußischen Vorbehalte gegen die welfische Erbfolge hinfällig. Ernst August konnte als Herzog von Braunschweig den bisherigen Regenten Johann Albrecht ablösen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zwang den Herzog, ein militärisches Kommando zu übernehmen und die Regierungsgeschäfte an Victoria Luise zu übertragen.

Am 8. November 1918 musste Ernst August unter dem Druck des revolutionären Braunschweiger Arbeiter- und Soldatenrates abdanken, einen Tag vor Kaiser Wilhelm II. Die Familie ging zunächst nach Österreich und bewohnte ab 1925 Schloss Blankenburg im Harz, das ihr zusammen mit anderen Gütern im Zuge der Fürstenabfindung vom Freistaat Braunschweig übertragen worden war. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte die Familie mit Hilfe britischer Truppen aus dem nunmehr in der sowjetischen Besatzungszone gelegenen Blankenburg auf das Familienschloss Marienburg bei Hannover um. Nach dem Tod von Ernst August und wegen anhaltender Zwistigkeiten mit ihrem Sohn kehrte Victoria Luise wieder nach Braunschweig zurück. Als Privatperson wirkte sie karitativ und publizierte bis ins hohe Alter autobiographische und zeitgeschichtliche Werke. 

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