1830-1884: Die Epoche Herzog Wilhelms

Als jüngerer Bruder von Karl II. war Wilhelm (1806-1884) zunächst nicht für die Thronfolge vorgesehen. Er war vielmehr in den preußischen Militärdienst eingetreten und verbrachte einige Jahre in Berlin. Im Herbst 1830 übernahm er mit knapp 25 Jahren anstelle seines geflohenen Bruders die Regierungsgeschäfte. Im Gegensatz zu Karl stand Wilhelm den neuen, liberalen Ideen der Zeit offener gegenüber. Er regierte das Herzogtum über 50 Jahre. In dieser Zeit wurde eine konstitutionelle Verfassung, die so genannte „Neue Landschaftsordnung“ (1834) eingeführt, und es wurden weitere umfassende Reformen durchgeführt. Die Bewahrung der braunschweigischen Unabhängigkeit war eine Folge der eng an Preußen angelehnten Außenpolitik Wilhelms. Noch vor der allgemeinen Industrialisierung in Deutschland ab der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte im Herzogtum Braunschweig ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Herzog Wilhelm förderte zunächst besonders die Eisenindustrie. 1838 nahm die erste deutsche Staatsbahn zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig ihren Betrieb auf.

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