1717-1753: Der „Graue Hof“ als Nebenresidenz

Ab 1717 ließ Herzog August Wilhelm (1714-1731) ein Schloss errichten, das sich etwa an der gleichen Stelle befand wie der heutige Bau. 1714 begannen unter der Leitung des herzoglichen Baumeisters Hermann Korb die Planungen. Drei Jahre später wurde der erste Spatenstich gesetzt. Nach den grauen Kutten der Riddagshäuser Zisterziensermönche, deren Stadthof vorher an dieser Stelle gestanden hatte, wurde das Schloss im Volksmund „Grauer Hof“ genannt. Zwei der Stadt zugewandte, rund 100 Meter lange Flügel beherbergten die Gemächer des Herzogspaares und ihrer adeligen Bediensteten sowie Hauswirtschaftsräume, die Hofverwaltung und das Archiv. Der Hauptbau mit den Staatssälen verband die beiden Seitenflügel. Die Dreiflügelanlage umgab einen großen Ehrenhof. 

Der Graue Hof diente anfangs nur als Nebenresidenz. Obwohl das Schloss erst teilweise fertig gestellt war, diente es Elisabeth Sophie Marie, der Frau des 1731 verstorbenen Herzogs August Wilhelm, als Witwensitz. Die Herzöge ließen sich erst seit ihrem vollständigen Wegzug aus Wolfenbüttel in den Jahren 1753/54 dauerhaft dort nieder. 

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